Kaltkeimer: Aussaat von Pfingstrosen, Bärlauch & Co.

Nicht alle Pflanzen brauchen Wärme, um sich gesund zu entwickeln. Ganz im Gegenteil: Sogenannte Kaltkeimer – zum Beispiel Pfingstrosen, Edeldisteln und Bärlauch – sind auf einen Kältereiz angewiesen, damit ihre Samen aufgehen und die Aussaat gelingt. Welche Pflanzen zu den Kaltkeimern gehören und was du bei ihrer Aussaat im Herbst oder Winter beachten solltest, erfährst du hier.

Kaltkeimer aussäen: Mit diesen fünf Tipps machst du alles richtig
Aplenveilchen, Eisenhut, Mohn, Pfingstrosen, Silberkerzen – die Liste an bekannten Kaltkeimern ist lang. Auch das beliebte Wildgemüse Bärlauch benötigt eine konstante Kälteperiode, um zu keimen. Gehölze wie die Eibe, die Stiel-Eiche, die Weiß- oder Rotbuche oder die Haselnuss gehören ebenfalls zu den Kaltkeimern. Wir verraten dir fünf praktische Tipps, die du unbedingt beachten solltest, wenn du deinen ersten Kaltkeimer pflanzen möchtest.

  • 1. Der perfekte Zeitpunkt: Auf den Samentütchen der Kaltkeimer kannst du nachlesen, ob die Aussaat im Herbst oder im Winter empfohlen wird. Grundsätzlich gilt: Die meisten Samen eignen sich für eine Aussaat im Spätherbst.
  • 2. So wird ausgesät: Die Samen solltest du in ein Gefäß säen, dass du etwa zu zwei Dritteln mit Erde befüllst. Nachdem du die Samen in der Erde verteilt und mit einer dünnen Schicht Erde bestreut hast, drückst du sie fest und befeuchtest sie anschließend regelmäßig mit einem Wassersprüher.
  • 3. Zeit für den Extra-Schutz: Eine Abdeckung aus Maschendraht schützt deine Kaltkeimer draußen vor hungrigen Vögeln.
  • 4. Ab nach draußen: Wenn du alles vorbereitet hast, kannst du die Aussaatschale mit den Kaltkeimern ins Beet oder auf den Balkon stellen. Über den Winter erhalten die Samen hier den nötigen Kältereiz. Selbst Frost oder eine geschlossene Schneedecke sind für Kaltkeimer kein Problem. Beachte aber: Manche Kaltkeimer benötigen noch vor der Kälteperiode eine wärmere Phase von etwa 18 Grad. Wenn du mit dem Raussetzen etwa zwei bis vier Wochen wartest, haben die Samen genügend Zeit zum Quellen.
  • 5. Umsetzen: Im Frühjahr kannst du die Sämlinge ins Beet setzen.

Kaltkeimer säen – nichts für ungeduldige Gärtner!
Wundere dich nicht: Es dauert tatsächlich einige Zeit, bis das erste Grün sprießt. Bis dahin solltest du die Keimlinge nicht nur regelmäßig wässern, sondern auch die Temperatur im Blick behalten und flexibel auf Schwankungen reagieren. Denn: Für den Keimprozess ist eine konstante Kälteperiode wichtig. Bei zu milden Wintertagen kannst du die Töpfe mit den Keimlingen einfach in deinen Kühlschrank stellen!

Einige Kaltkeimer solltest du nicht in Töpfe, sondern stattdessen direkt an Ort und Stelle aussäen. Das gilt zum Beispiel für Bärlauch, bei dem das Umpflanzen der Sämlinge recht mühsam ist. So ist es natürlich schwieriger, eine konstante Kälteperiode einzuhalten. In diesem Fall brauchst du besonders viel Geduld: Eine Keimung kann durchaus ein bis zwei Jahre dauern.

Wenn sich endlich die ersten Blättchen zeigen, müssen die Sämlinge noch umgesetzt werden. Ganz schön viel Aufwand, doch die Mühe lohnt sich vor allem für Gärtner, die ihre Pflanzen gerne von Anfang an beobachten, die gerne selbst Nachkommen von Stauden ziehen oder ganz einfach Geld sparen möchten.

Warum brauchen Kaltkeimer überhaupt einen Kälteschock?
Im Prinzip ist der Kälteimpuls, den Kaltkeimer für ihre Keimung benötigen, nichts anderes als ein natürlicher Schutzmechanismus. Spezielle Hormone der Kaltkeimer sorgen dafür, dass die Pflanzen nicht zu früh keimen. Das ist lebenswichtig: Nur so kann sichergestellt werden, dass der Keim die Samenschale nicht schon im Herbst verlässt und kurz darauf im einsetzenden Winter sofort erfriert. Erst wenn es schon vier bis acht Wochen kalt war, verschiebt sich das Hormonverhältnis der Kaltkeimer so, dass sie zu keimen beginnen – und bis dahin bereits für den Winter gewappnet sind. Übrigens: Frieren muss es hierfür nicht, stattdessen reichen in der Regel Temperaturen zwischen null und fünf Grad Celsius aus.

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